Freunde des Wiligrader Schlosses e.V.
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Schenkung von Gillhoff-Preisträger Dr. Dieter Rakow

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Einen wertvollen Zuwachs erhielt die Sammlung des Vereins der Freunde des Wiligrader Schlosses e.V. durch eine mehrere Objekte umfassende Schenkung von Gillhoff-Preisträger Dr. Dieter Rakow/ Ratzeburg. Er übereignete dem Verein ein 95 cm langes Ritualschwert aus der Kolonialzeit Kameruns. Die Scheide der mit prachtvollen Zierquasten geschmückten Waffe besteht aus Gazellenleder. 1913 bestand die sogenannte Schutztruppe in der deutschen Kolonie Kamerun aus 185 Deutschen und 1.560 Einheimischen.

Ritualschwert95 cm langes Ritualschwert aus der Kolonialzeit KamerunsEin weiteres Exponat ist ein rechteckiger , geometrisch gemusterter und 20 cm x 47 cm großer Lendenschurz, auch Cache-Sex genannt, des Kirdi-Stammes in Nordkamerun. Er besteht aus Glasperlen und Baumwolle, die Unterkante aus einem Kauri-Muschel-Besatz. Die Schürzen bestanden ursprünglich aus Eisenstreifen, aber nach der massenhaften Einführung von Glasperlen seit Anfang des 20. Jhd. wurden sie aus Perlen hergestellt. Die Ornamente sind meist geometrische Muster in hellen Farben und zeigten sowohl das Alter als auch die gesellschaftliche Stellung des Trägers an. Die Kaurimuscheln auf der Unterseite der Schürze wurden einst als Währung verwendet. Sie verrieten den hohen Status und das Ansehen des Trägers. Ab Ende des 17. Jahrhunderts fuhren im Rahmen des „Atlantischen Dreickshandels“ von Europa aus u. a. mit Glasperlen beladene Schiffe an die westafrikanische Küste, wo die Ladung gegen Sklaven eingetauscht wurde. Der wichtigste Glasperlen-Lieferant war die Hamburger Firma J. F. Sick & Co, die 1910 auch im süditalienischen Cannaregio ein Büro eröffnete. Das Tropenmuseum Amsterdam bewahrt 200 Ordner mit insgesamt 22.000 Glasperlen.

Zur Schenkung gehört auch ein 12-mm-Film mit Aufnahmen, die in den 1960er Jahren in Kamerun gemacht wurden. Der Streifen soll von einer Spezialfirma digitalisiert werden.